Die Chinchilla
Chinchillas leben in ihrer Heimat in Familienverbänden oder in Gruppen. Sie können ein Alter von 18 bis 22 Jahren erreichen. Chinchillas sind Rudeltiere und sollten deshalb nicht einzeln gehalten werden.
Chinchillas sind dämmerungs- bzw. nachtaktive Gesellen, die tagsüber ihre Ruhe haben wollen. Deshalb sollten Chinchillas am besten in einem Zimmer untergebracht sein, in dem man sich tagsüber so wenig wie möglich aufhält. Denn wenn die Tiere täglich bzw. stündlich geweckt werden, bedeutet es für die Tiere starken Stress und sie können krank werden.Chinchillas sind aufgrund ihrer Bedürfnisse nicht als Haustiere für Kinder geeignet, da die Tiere erst munter werden, wenn die Kinder ins Bett müssen. Doch die Tiere gewöhnen sich recht gut an tägliche Geräusche, z. B. Staubsaugen, so dass man ruhig in dem Zimmer auch staubsaugen und übliche Haushaltstätigkeiten ausführen kann. Die Tiere stören sich nach ein paar Tagen bzw. Wochen gar nicht mehr daran und schlafen ruhig weiter.
Aufgrund der Geräusche, die Chinchillas in ihren aktiven Phasen machen, sollten sie auch nicht im Schlafzimmer stehen, da das doch sehr störend sein kann. Ebnso wäre die Staubbelastung durch Heu, Streu und Sand nicht sehr gesund, so dass das Schlafzimmer nicht für die Chinhaltung genommen werden sollte
Der Standort für einen Chinchillakäfig sollte hell sein, jedoch keine direkte Sonneneinstrahlung haben, da die Tiere wärmeempfindlich sind und bei Temperaturen ab 27 Grad und höher sehr leiden. Der Käfig sollte mit vielen Versteck- bzw. Rückzugsmöglichkeiten ausgestattet sein
Bei hohen Temperaturen, wie sie im Sommer durchaus entstehen können, sollten kühlungsmöglichkeiten angeboten werden. Zum Beispiel: Zimmer abdunkeln, gekühlte Fliesen in den Käfig legen, Sand in einer gekühlten Schale anbieten. Im Sommer gut beobachten, dass die Tiere genug Flüssigkeit zu sich nehmen. Wer die Möglichkeit hat, kann seine Chinchillas auch in einen kühleren Raum unterbringen. Klimaanlagen können auch eine gute Hilfe zur Raumkühlung sein.
Der Auslauf sollte den Tieren dann erst gegeben werden, wenn es sich am Abend abgekühlt hat. Manche Tiere meiden bei sommerlichen Temperaturen große Anstrengungen und sind die meiste Zeit am dösen bzw. schlafen, was bei der Wärme dann ganz normal ist. Trotzdem sollte ein Auge auf die Tiere geworfen werden und bei Anzeichen eines Hitzeschocks ein Tierarzt aufgesucht werden.
Chins sind Dauerausscheider, d. h. dass sie ständig Kotbällchen verlieren. Also wenn man sich für Chins entscheidet, sollte man wissen, dass man nach dem Auslauf den Handfeger mit Schaufel schwingen sollte ;-) Darüber hinaus ist dies auch ein guter Gesundheitsindikator bei Chins, denn Chins, die keine Kotbällchen absetzen können, haben evtl. eine Verstopfung oder eine andere Erkrankung. Auch vom Geruch her sind Chins kaum "riechbar", vorausgesetzt, sie werden regelmäßig gesäubert. Chins lassen im Vergleich zu Meerschweinchen sehr wenig Urin ab und riechen daher kaum und sie haben keinen merklichen Eigengeruch.
Einzelhaltung
Chinchillas sind sehr soziale Tiere und leiden darunter, wenn sie alleine sind. Es gibt viele Gründe, die genannt werden, warum das Tier alleine leben muss. Hier ein paar Beispiele: "Die Zoohandlung hat gesagt, man kann sie einzeln halten.", "Chins werden alleine schneller zutraulich und werden scheu, wenn sie zu zweit sind.", "Zwei Chins machen doch mehr Arbeit als eines.", "Für zwei Tiere habe ich keinen Platz." Leider gibt es immer noch Bücher, wo auch die Einzelhaltung empfohlen wird. Aber zum Glück weiß man mittlerweile, dass Chinchillas, wie Meerschweinchen, Degus, Kaninchen etc. gesellige Tiere sind und Einzelhaltung Tierquälerei ist. Außerdem kann ein Mensch einen Artgenossen niemals ersetzen. Also tut eurem Chinchilla einen gefallen und holt ihm einen Artgenossen.
Gleichgeschlechtliche Haltung
Man kann zwei Weibchen bzw. zwei Männchen zusammen halten. Diese Kombination ist eine gute Alternative zur Kastration eines Bockes. Außerdem verhindert man dadurch unnötigen Nachwuchs.
Es ist ein Gerücht, dass männliche Chins sich nicht gleichgeschlechtlich halten lassen. Es gibt viele Halter (darunter auch ich), die männliche Tiere in einer Gruppe halten und die Tiere genauso friedlich sind, als wenn sie mit einem Weibchen zusammen wären.
Pärchenhaltung
Als zweite Möglichkeit gibt es noch die Paarhaltung. Bei der Pärchenhaltung gibt es einiges mehr zu beachten, wenn man den Bock nicht kastriert. Man sollte sich im Klaren sein, dass dann Nachwuchs aus dieser Haltung entstehen kann. Da die Zucht von Chinchillas nicht für Anfänger geeignet ist, sollte man sich im Vorfeld informieren. Es gibt Foren, Informationsseiten, wo man sich über alles genau informieren kann. Außerdem sollte man selber sein Wissen über die Tiere, Genetik, Vererbung, Krankheiten usw. erweitern.
Wird dennoch diese Variante gewählt, sollte man sich im Klaren sein, dass mit Tieren aus Tierheimen, Zoogeschäften, Notstationen nicht gezüchtet werden sollte, da man deren Hintergrundgeschichte nicht kennt. Auch mit Tieren, die Krankheiten haben, wie Zahnanomalien, sollte nicht gezüchtet werden, da diese Krankheiten vererbt werden können.
Wenn man ein Pärchen zur Zucht haben möchte, sollte man am besten einen guten Chinchillazüchter aufsuchen, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht. Den ein guter Züchter kann genaue Angaben über die Tiere machen und kennt die Hintergrundgeschichte der Tiere genau.
Tragezeit
Chinchillas haben eine Tragezeit von ca. 111 Tagen (+/- 4 Tage), diese ist relativ lang, wenn man Chins mit anderen Nager vergleicht. Die tragenden Chinchillaweibchen leben in der Zeit der Schwangerschaft meist friedlich mit ihrem Partner zusammen. Das tragende Chinchilla braucht während der Tragezeit viel Ruhe und so wenig Stress wie möglich.
Auch der Futterbedarf erhöht sich bei dem Muttertier. Meistens kann man ab der 6. oder 8. Schwangerschaftswoche schon am Bauch etwas fühlen, doch Ungeübte sollten dies lieber dem Tierarzt oder einem erfahrenen Züchter überlassen, da ansonsten das Muttertier oder der Nachwuchs verletzt werden könnte.
Das Chinchillaweibchen nimmt während der Tragezeit stetig an Gewicht zu (ab der 8. Woche). Ca. 2 Wochen vor der Geburt schläft das Weibchen viel mehr als sonst und bereitet sich so auf die Geburt vor. Die meisten Tiere legen sich dann auf die Seite um das Gewicht besser zu verlagern.
Die Geburt findet meistens zwischen morgens und mittags statt. Chinchillababies sind Nestflüchter und kommen komplett mit Fell auf die Welt und öffnen meistens sofort oder nach ein paar Minuten die Augen.
Bei den meisten Babies kann man auch sofort nach der Geburt das Geschlecht bestimmen. Wichtig ist bei der Aufzucht der Jungen, dass sie regelmäßig gewogen werden, damit Veränderungen schnell erkannt werden, wie z. B. zu wenig Milch beim Muttertier.
Chinchillas werden ca. 10 bis 12 Wochen lang von der Mutter gesäugt. Daher werden die meisten Jungtiere erst mit 12 Wochen und einem Gewicht von 300 Gramm zur Vermittlung frei gegeben. Die Jungen sollten nicht vor diesem Alter von der Mutter getrennt werden, da die Elterntiere den Jungen noch einiges in dieser Zeit beibringen und das den Jungen dann fehlt.