Einleitung
Die Herkunft unserer hier heimisch gewordenen Heimtiere sind die Anden Südamerikas.
Dort haben sich die wilden Chinchillas auf eine karge, rohfaserreiche Kost eingestellt.
Diese Spezialisierung haben die jetzt bei uns heimischen Chins bis heute beibehalten.
Daher sind sie in ihrer Ernährung relativ genügsam aber dennoch anspruchsvoll.
Der Ernährung unserer "Heim"-Chinchillas ist daher etwas mehr Aufmerksamkeit zu schenken,
denn wir wollen ja, dass es unseren anvertrauten pelzigen Mitbewohnern gut geht und sie auch alles
bekommen was sie brauchen um gesund zu bleiben.
Bei der richtigen Ernährung der Chinchillas ist man sich noch nicht richtig einig, es entwickelt sich in verschiedene Richtungen. Am besten man informiert sich ausgiebig und findet für sich einen guten Mittelweg um das Beste für seine Tiere rauszusuchen.
Zum einen gibt es die Fütterung mit nur Pellets, Heu und Wasser kurz PHW-Diät genannt.
Zum anderen gibt es die Fütterung, wo die Tiere selektiv fressen können, das bedeuet, das die Tiere
sich aus einem Nahrungsangebot, bestehend aus verschiedenen Kräutern, Blättern, Blüten, Gräsern und Sämereien, aussuchen
was sie fressen wollen und brauchen. Die Tiere sind durchaus in der Lage die Stoffe auszuwählen, die sie brauchen. An einem Tag frisst ein Tier mehr Pfefferminze an einem anderen Tag mehr Brombeerblätter.
Dies entspricht schon sehr nah einer naturnahen Ernährung der Chinchillas
Dazu könnte man noch vereinzelt frische Pflanzen zur Verfügung stellen, da fehlt mir aber leider die nötige Erfahrung, um genauer drauf einzugehen.
In der Chinchillaszene, eher gesagt in der Ernährung der Chins, haben sich
momentan 3 Fraktionen gebildet, diese sind:
- die reinen PHW-Diät-Fütterer
- die Selektivfutter-Fütterer
und
- die PHW gemischt mit Selektivfutter-Fütterer
Alle drei arbeiten am selben Ziel, die Tiere so optimal zu versorgen, wie es möglich ist
damit sie alles bekommen was sie brauchen, um gesund Alt zu werden.
Wir gehörten zu Anfang auch zu den PHW-Fütterern, aber dennoch gab es immer mal was dazu,
das aber eher als "Besonderheit", schon da konnte man von reinem PHW bei uns nicht reden.
Da wir selber z. B. ja auch nicht immer das "Gleiche" essen wollen.
Dies kann bzw. wird als "Vermenschlichung bei Tieren" genannt, aber so verkehrt ist es nicht.
Das, was wir gerne hätten bzw. nicht wollen, wird auf die Tiere reflektiert/ übertragen.
Im eigentlichen Sinne nicht ganz verkehrt, wenn man sich die Ernährung der wilden Chinchillas genauer anschaut.
Nur ist es leider nicht so einfach das Futter, was die Tiere in freier Wildbahn fressen hier zu bekommen oder nachzuempfinden.
Es wurden von Haltern Versuche gemacht, doch bis man zu einem endgültigen Ergebnis kommt können noch Jahre vergehen.
Zum anderen bekommt man die dort heimischen Pflanzen hier oft nicht bzw. sie stehen unter Naturschutz.
Pellets
Pellets sind gepresste Stäbchen aus Luzerne und anderen Zutaten, diese werden noch künstlich mit Vitaminen und Minderalstoffen versehen. Pellets wurden entwickelt um eine gleichbleibende Versorgung der Tiere zu ermöglichen. Außerdem ist diese Form der Ernährung recht preisgünstig und erfordert kaum Aufwand.
In Chinchillaforen haben sich folgende Sorten etabliert und werden meistens empfohlen:
- Berkel, Beck, Ovator (Muskator), Bunny, JR Farm
Da ich schon oft diese Behauptung gelesen habe, hier nochmal deutlich:
Pellets bestehen nicht aus gepresstem Heu, dies wird oft aufgrund der grünlichen Färbung der Pellets angenommen. Jedenfalls ist dies falsch, denn Heu konnte ich in der Zutatenliste bis jetzt noch nicht finden.
Kräuterfütterung
Chinchillas können auch aus einer Mischung verschiedener Kräuter ernährt werden, diese ist etwas teurer als die reine Pelletfütterung und auch aufwändiger (Lagerung und Fütterung). Da Kräuter weder künstlichen Zucker noch künstliche Vitamine und Mineralstoffe enthalten, wählen mittlerweile viele Halter diese Form der Ernährung, weil sie diese als gesünder für die Tiere empfinden. Näheres zur Kräuterfütterung wird im Kräuterbereich erläutert.
Heu
Neben dem Hauptfutter sollte Heu nicht fehlen, denn dieses sorgt durch seine grobe Struktur, dass die Backenzähne abgeschliffen werden und die Verdauung funktioniert. Ähnlich wie beim Menschen, da viel Ballaststoffe ebenfalls für unsere Ernährung wichtig und gesund sind.
Wasser
Für Chinchillas kann man ganz normales Leitungswasser nehmen, sollte man aber in einem Gebiet wohnen, wo das Wasser stark kalkhaltig ist, kann man es entweder abkochen oder auf Stilles Mineralwasser (ohne Kohlensäure) zurückgreifen.
Zusätze für das Wasser werden in der Regel nicht benötigt. Sie können im Bedarfsfall, wenn z. B. eine Schwangerschaft besteht oder bei Notfalltieren, die gepäppelt werden müssen, angewandt werden. Ansonsten werden die Tiere durch ihr tägliches Futter komplett mit allem versorgt, was sie brauchen.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten Chinchillas Wasser anzubieten. Da gibt es einmal die Flaschen mit Glasröhrchen, dann Wassernäpfe (diese sollten schwer genug sein, dass sie nicht umgeworfen werden) oder die handelsüblichen Nippeltränken
Haltbarkeit und Lagerung der Pellets/ des Futters
Die Pellets sind je nach Hersteller zwischen 3 - 6 Monaten haltbar.
In dieser Zeit sollten sie auch verfüttert werden. Denn, je älter die Pellets werden, desto mehr bauen
sich nach und nach die Vitamine und Mineralstoffe ab. Die Lagerung kann entweder im
mitgelieferten Papiersack erfolgen oder sie werden in einem lichtdichten/ dunklem Behältnis kühl und trocken gelagert.
Meine Kräutermischung lagere ich zum Beispiel in großen weißen, Plastikvorratsdosen, die teilweise luftdicht schließen.
Sämereien lagere ich entweder in Plastikbehältern oder in den gelieferten Verpackungen. Die selbstgemischte Sämereienmischung lagere ich in einer Tupperdose oder in einem kleinen Eimer mit Deckel.
Heu (Vor dem Kauf/ Lagerung)
Das Heu sollte von grober Struktur sein und richtig kräftig nach Heu riechen,
der Geruch sollte durch die Plastikverpackung dringen.
Daran kann man gut erkennen, ob das Heu "frisch" ist. Muffiges, altes oder feuchtes Heu
sollte nicht gefüttert werden, die Tiere können durch eventuelle Pilzsporen oder Schimmel krank werden.
Die Lagerung kann entweder in der mitgelieferten Verpackung erfolgen oder in einem umfunktionierten Kopfkissen, Jutesack oder Umzugskiste.